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Unzulässige Vertragsänderungen: So können Sie Bankgebühren zurückfordern


Was bedeutet das BGH-Urteil zu den Bankklauseln für Sie?

Obwohl das Verfahren direkt nur die Postbank betrifft, hat es eine Signalwirkung für die gesamte Bankenlandschaft in Deutschland. Auch wenn Sie Ihr Konto bei einer anderen Bank haben, könnte es also sein, dass Sie Geld zurückfordern können. Sie können Ihre Bank auch auffordern, andere Änderungen Ihres Vertrages zurückzunehmen, wenn Sie diesen nicht aktiv zugestimmt haben. Das hängt davon ab, ob auch Ihre Bank entsprechende Klauseln in den AGB aufgeführt hat. In jedem Fall sollten Sie Ihre Rückerstattungsansprüche prüfen.

Beachten Sie außerdem, dass für eventuelle Rückforderungen eine Verjährungsfrist besteht. Ab wann Ihre Ansprüche verjähren, ist bisher aber noch unklar. Der Verbraucherzentrale Bundesverband ist der Meinung, dass Ansprüche in diesem Fall erst verjährt sein sollten, wenn sie mehr als 10 Jahre zurückliegen. Auf jeden Fall können Sie aber Rückforderungen für die letzten drei Jahre geltend machen. Das heißt: Sie können noch bis zum 31. Dezember 2021 Ansprüche bis mindestens einschließlich 2018 geltend machen.

Beispiel

Sie haben 2015 ein gebührenfreies Konto eröffnet. Ab Mai 2017 wurden Ihre Kontogebühren auf 5 € erhöht. Im Februar 2020 erhöhte die Bank die Gebühren dann noch einmal auf 10 €.

Sie können in diesem Fall mindestens die Gebühren zurückfordern, die ab dem 01. Januar 2018 erhoben wurden:

  • 01. Januar 2018 – 31. Januar 2020 = 25 Monate * 5 € =  125 €
  • 01. Februar 2020 bis 30. Mai 2021 (bzw. aktuelles Datum) = 16 Monate * 10 € = 160 €

Sie können mindestens 285 € zurückfordern. Sollte eine zehnjährige Frist gelten, können Sie die gesamten Gebühren – auch von vor 2018 – zurückverlangen.



Verbraucherzentrale NRW

https://www.luedenschein.de/

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