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Pauschalreise wegen Corona storniert: Gutscheine annehmen?

Dass gerade jetzt manche, deren Pauschalurlaub storniert worden ist, auf die Rückzahlung warten müssen, wirkt so, als würden die Anbieter auf Zeit spielen – in der Hoffnung, dass die von der Reisebranche angestrebte Gutscheinlösung doch noch Gesetz wird. Aber: Die EU-Kommission hat den Plänen der Bundesregierung eine klare Absage erteilt und die Bundesregierung hat solche Planungen am 20. Mai aufgegeben und setzt auf Freiwilligkeit bei Verbrauchern. Das ist zuletzt noch durch die Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes Anfang Juli endgültig bestätigt worden. Zwangsgutscheine für ausgefallene Pauschalreisen werden nicht kommen.

Sie haben nun grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wenn Ihnen der Reiseveranstalter einen Gutschein anbietet:

  1. Gutschein akzeptieren: Wer das Geld nicht dringend braucht und aus Solidarität mit dem Reiseveranstalter handeln möchte, kann den Gutschein akzeptieren, insbesondere wenn er einen höheren Wert hat (manche Anbieter wollen Sie als Kunden unbedingt behalten und bieten Gutscheine an, die einen höheren Wert haben, als den ursprüngliche Reisepreis). Mit dem neuen Gesetz ist der Gutschein auch attraktiver geworden, denn die Bundesregierung sichert den Wert des Gutscheins ab: Geht der Reiseveranstalter in die Insolvenz und reicht die Insolvenzabsicherung nicht aus, tritt der Staat ein. Das gilt für alle Reisen, die vor dem 8. März gebucht wurden und wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden können.
  2. Geld zurückfordern: Benötigt man dringend das Geld und möchte sich nicht auf eine Gutscheinlösung einlassen, sollte man sich an den Pauschalreiseanbieter wenden und die Erstattung der bisher geleisteten Zahlungen bestehen. Dabei sollte man eine Frist von 14 Tagen setzen. Wenn der Anbieter nicht reagiert, bleibt nur der Rechtsweg. Wenn Sie Ihr Geld zurückfordern möchten, können Sie unseren kostenlosen Musterbrief nutzen.

Führt der Musterbrief noch nicht zum gewünschten Ergebnis, haben Sie vor einer kostspieligen Klage zunächst die Möglichkeit, ein Mahnverfahren gegen den Anbieter zu führen. Dies ist einfach möglich und kostet nicht viel. Bezahlt der Anbieter nicht und erhebt keinen Einspruch, haben Sie einen vollstreckbaren Titel. Unsere Erfahrungen zeigen, dass Mahnverfahren aufgrund der eindeutigen Rechtslage bis jetzt erfolgreich sind. In einem eigenen Artikel erklären wir, wie Sie das Mahnverfahren in Gang setzen können.

Bedingungen für die staatliche Absicherung von Gutscheinen

Entscheiden Sie sich für einen Gutschein, sollten folgende Bedingungen erfüllt sein, auf die die Bundesregierung auch in einer Pressemitteilung hinweist:

Der Reisegutschein selbst muss – neben dessen Wert – die Hinweise enthalten:

  • dass er wegen der COVID19-Pandemie ausgestellt wurde und wie lange er gültig ist,
  • dass der Kunde sofortige Erstattung geleisteter Vorauszahlungen verlangen kann, wenn er den Gutschein nicht innerhalb dessen Gültigkeitsdauer eingelöst hat,
  • dass der Gutschein bei Insolvenz des Reiseveranstalters ergänzend gegebenenfalls durch eine staatliche Garantie abgesichert ist.

Haben Sie von Reiseveranstaltern für vor dem 8. März 2020 gebuchte Reisen, die infolge der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden können, anstelle sofortiger Erstattung, Gutscheine erhalten, werde diese an die Vorgaben des Gesetzes angepasst.


Verbraucherzentrale NRW

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