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Corona-Pandemie: Antworten auf wichtige Alltagsfragen für Verbraucher


Kann das Coronavirus über Lebensmittel, Gegenstände oder Trinkwasser übertragen werden?

Es gibt keine nachgewiesenen Fälle, dass sich Menschen durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat uns dazu am 9. November 2020 mitgeteilt: „Laut unserem zuständigen Ressortforschungsinstitut – dem Bundesinstitut für Risikobewertung – sind bislang nach wie vor keine Infektionen mit SARS-CoV-2 über den Verzehr von Fleischwaren oder Kontakt mit kontaminierten Fleischprodukten oder Oberflächen bekannt.“ Landwirtschaftliche Nutztiere wie Schweine oder Hühner seien nach gegenwärtigem Wissensstand nicht mit SARS-CoV-2 infizierbar. Sie können das Virus damit über diesen Weg nicht auf den Menschen übertragen. Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft hatte das zum Ministerium gehörende Friedrich-Loeffler-Institut beauftragt, entsprechende Studien zur Empfänglichkeit von Tieren gegenüber SARS-CoV-2 durchzuführen.

Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren verunreinigt worden sind, sind durch Schmierinfektionen zwar denkbar. Da die Viren in der Umwelt aber nur eine geringe Stabilität haben, ist das nur für einen relativ kurzen Zeitraum wahrscheinlich.

Demnach ist es nach derzeitigem Wissensstand auch unwahrscheinlich, dass importierte Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände wie Geschirr oder Besteck Quelle einer Infektion mit dem Virus sein könnten.

Dennoch sollte der Umgang mit Lebensmittel und Bedarfsgegenständen mit den allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und der Einhaltung der Hygieneregeln bei der Zubereitung und Lagerung von Lebensmitteln erfolgen. Ein Erhitzen der Lebensmittel verringert zusätzlich das Infektionsrisiko, da die Coronaviren hitzeempfindlich sind. Mehr Informationen dazu gibt es beim Bundesinstitut für Risikobewertung.

Trinkwasser ist nach einer Stellungnahme des Umweltbundesamtes ebenfalls kein Übertragungsweg. Durch das sogenannte „Multibarrieren-System“ bei der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung sei Trinkwasser in Deutschland „sehr gut gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren“, geschützt. Mehr Informationen dazu beim Umweltbundesamt.

Einkaufen in Corona-Zeiten

  • Um Andrang sowie damit verbundene Warteschlangen vor Supermärkten und Co. zu vermeiden, gehen Sie am besten zu Zeiten einkaufen, in denen eher nicht viel los ist. Erfahrungsgemäß sind die Supermärkte vor allem an Dienstagen und Donnerstagen, sowie nachmittags leerer als zum Feierabend oder an Freitagen und Samstagen.
  • Abstand halten: Vermeiden Sie möglichst das Drängeln, um sich vor einer möglichen Infektion zu schützen.
  • Vermeiden Sie möglichst Hamstereinkäufe, denn es schont nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihr Portemonnaie.
  • Laut einer Studie haben 42 Prozent der Verbraucher Lebensmittel in den Müll geworfen, die sie während des Lockdowns eingekauft hatten. Dazu zählten in erster Linie begrenzt haltbare Lebensmittel wie Obst und Gemüse sowie Milchprodukte.
  • Um Überschüsse an Lebensmitteln und deren Verschwendung zu verhindern, kaufen Sie möglichst bedarfsgerecht ein. Denn bei steigender Nachfrage werden die Lebensmittel in Supermärkten knapper und teurer.
  • Organisieren Sie Ihre Wochen-Einkäufe möglichst mit einer Einkaufsliste: Planen Sie am besten vor Beginn der Woche, welche Lebensmittel Sie in den nächsten Tagen benötigen.

Was ist von Tipps mit Hausmitteln gegen Corona aus Social-Media-Gruppen und dem Internet zu halten?

Zum Teil sind leider haarsträubende „Tipps“ gegen das aktuelle Coronavirus unterwegs. Was uns dabei bereits begegnet und definitiv Unsinn ist:

  • Reichlich heißes Wasser trinken? Nein. Hilft nicht. Heißes Wasser (mit mehr als 60 Grad Celsius) führt eher zu Verbrennungen in Mund und Speiseröhre, bevor es irgendeinen Virus im Magen-Darm-Trakt erreicht!
  • Aufgeschnittene Zwiebeln in der Wohnung verteilen? Nein. Zwiebeln saugen keine Bakterien und Viren aus der Luft! Zwiebeln und Knoblauch enthalten zwar Sulfide, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören und sich positiv auf das Immunsystem auswirken können. Sie eignen sich jedoch am besten als regelmäßige Zutat beim Kochen.
  • Ist der Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel sinnvoll, da Gluten die Darmwände angeblich löchrig macht? Nein. Starke Behauptung, es fehlt der Beweis. Da die Darmschleimhäute mit den Schleimhäuten der oberen Atemwege in Verbindung stehen, würden diese ebenfalls geschwächt und anfälliger für Viren.
  • Morgens und abends je eine Teelöffel Kokosöl auf der Zunge zergehen lassen? Das soll „in Zeiten von Coronaviren den viruellen Belastungsdruck deckeln“. Nein, hilft nicht!
  • Helfen Thymian- und Salbei-Tees – traditionelle Pflanzenarzneimittel bei Erkältung? Aussagekräftige Studien zu einer Wirkung gegen das Coronavirus bei Menschen fehlen bisher, es gibt nur Zellstudien. Unter Vorbehalt können Tees wie Salbeitee, Schwarz- und Grüntee als Hausmittel zum Gurgeln und anschließendem Trinken empfohlen werden. Möglicherweise können diese Tees die Vermehrung von SARS-CoV-2-Viren im Rachen hemmen. Als allenfalls zusätzliche Maßnahme können Sie jedoch eine Impfung, geprüfte Medikamente sowie das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln nicht ersetzen.
  • Trägt gekochter Ingwer auf leeren Magen gegessen dazu bei, die COVID-19-Erkrankung zu heilen? Nein. Dieser Behauptung hat schon Anfang 2020 die Weltgesundheitsorganisation (WHO) widersprochen.

Was derzeit wirklich hilft: Achten Sie bei Empfehlungen auf den Absender und klopfen Sie diese mit gesunden Menschenverstand ab. Die offiziell verkündeten Hygienevorschriften – wie Distanz und Abstand zueinander halten, regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife und solo Sonne tanken bei einem Spaziergang, auf dem Balkon oder am geöffneten Fenster – sind einfache, aber wirksame, wenn nicht gar derzeit wirklich lebensrettende Tipps, um das schlimme Virus abzuwehren.

Mehr Informationen dazu, wie Nahrungsergänzungsmittel als Schutz oder Helfer bei der Corona-Pandemie im Netz beschrieben werden, lesen Sie in unserem separaten Artikel. Generell gilt: Niemand sollte Maßnahmen aufgrund von Gerüchten ergreifen, sondern Informationen aus den Netz besser bei seriösen Quellen überprüfen!

Helfen Nahrungsergänzungsmittel gegen das Coronavirus?

Einige Anbieter erwecken den Eindruck, es gebe eine Präventionsmöglichkeit durch Nahrungsergänzungsmittel. Es gibt jedoch keine Nahrungsergänzungsmittel, die eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus (Sars-CoV-2) verhindern können. Nahrungsergänzungsmittel dienen grundsätzlich nicht der Behandlung von Erkrankungen.

Mehr Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln zur Behandlung der COVID-19-Erkrankung finden Sie hier in einem eigenen Beitrag.

Weshalb ist regelmäßiges Händewaschen mit Seife sinnvoll?

Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist regelmäßiges und gründliches Händewaschen das A und O.

Hierzu eignet sich feste Seife oder Flüssigseife. Seife greift die Hülle der Viren effektiv an – doch hierfür braucht die Seife eine gewisse Zeit zum Einwirken. Zudem ist es notwendig, dass alle Stellen der Hände (auch der Handrücken, die Innenseiten der Daumen und zwischen den Fingern) gründlich eingeseift werden. Das braucht mindestens 20 Sekunden. Mit Hilfe dieser gründlichen Prozedur kann die Seife selbst kleine Hautfalten erreichen.

So mancher macht derzeit durch das häufige Händewaschen mit trockenen oder sogar rissigen Händen Bekanntschaft. Wer hier problematische Inhaltsstoffe vermeiden möchte, kann auf Handcremes mit Naturkosmetiksiegel (z.B. BDIH oder NATRUE) achten, die u.a. keine Mineralöle, glättende Silikone oder synthetische Duftstoffe enthalten. Zudem helfen manche Siegel, tierversuchsfreie oder vegane Kosmetik zu erkennen, Allergiker wiederum können auf reine Pflanzenöle oder Sheabutter bzw. unparfümierte Handcremes zurückgreifen. Und selbst ein einfacher Tropfen pflanzliches Öl aus dem Küchenregal hilft bereits gegen trockene Hände.

Sind Desinfektionsmittel im Haushalt nötig?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht für gesunde Menschen derzeit keine Notwendigkeit im Alltag Desinfektionsmittel einzusetzen. Normale, haushaltsübliche Reinigungsmittel reichen in einem Haushalt ohne Corona-Infizierte aus.

Generell ist es in einem Haushalt mit gesunden Personen sinnvoll, die Stellen, die häufig von allen angefasst werden – etwa Türgriffe und Lichtschalter – häufiger mit Allzweckeiniger, Seife oder Spülmittel und Wasser zu reinigen.

Falls ein Infizierter unter Quarantäne im Haushalt lebt, müssen Sie gesonderte Anweisungen des Arztes oder des Gesundheitsamtes beachten. Mehr Informationen finden Sie auch beim Robert Koch-Institut.

Desinfektionsmittel selbst herzustellen, ist nicht ratsam. Die Apothekerkammer Berlin warnt ausdrücklich vor einer privaten Herstellung von Desinfektionsmitteln, weil dabei Brandgefahr besteht.

Was müssen Mütter beim Stillen ihrer Kinder und im Umgang mit Muttermilch beachten?

Das Stillen wird weiterhin empfohlen. Hauptrisikofaktor für eine Übertragung beim Stillen ist der enge Hautkontakt. Die Vorteile des Stillens überwiegen, so dass das Stillen unter Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen empfohlen wird. Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen besonders auf Hygienemaßnahmen achten.

Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) empfehlen für stillende Mütter, um eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion zu verhindern:

  • Waschen Sie Ihre Hände ausreichend lang, bevor Sie Ihr Baby, die Milchpumpe oder die Flasche berühren.
  • Tragen Sie eine Gesichtsmaske zum Füttern an der Brust.
  • Befolgen Sie nach jedem Gebrauch die Empfehlungen zur Pumpenreinigung.
  • Wenn Sie Ihr Baby mit Milchnahrung oder Milch füttern möchten, wird empfohlen, die Sterilisationsrichtlinien strikt einzuhalten.
  • Wenn Sie im Krankenhaus Muttermilch abpumpen, sollte eine spezielle Pumpe verwendet werden.

Weitere Informationen für schwangere Frauen und ihre Familien finden Sie beim Max Rubner-Institut sowie beim Netzwerk Gesund ins Leben.

Wie organisiere ich die Familienmahlzeiten, wenn die Verpflegung in Kita und Schule noch nicht regelmäßig stattfindet?

In der aktuellen Situation funktioniert die Verpflegung in vielen Schulen und Kitas noch nicht im Regelbetrieb. Viele Familien fragen sich jetzt, was mittags auf den Tisch kommt. Tipps rund um das Familienessen und Rezeptideen geben wir hier.

Können sich Haustiere mit dem Coronavirus anstecken?

Dies ist je nach Tierart nicht komplett auszuschließen, schreibt das Friedrich-Loeffler-Institut. Allerdings bedeutet eine mögliche Infektion von Haustieren nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren vermehren kann und von ihnen auch wieder ausgeschieden wird. Haustiere spielen nach dem jetzigen Kenntnisstand keine Rolle bei der weiteren Verbreitung des Coronavirus.

Sollten Sie erkrankt sein, können Sie im Kontakt mit Ihrem Haustier darauf achten, die Virus-Last möglichst gering zu halten. Das Institut gibt den Hinweis, gerade beim Kontakt zu Ihren Haustieren insbesondere auf Hygiene zu achten, möglichst engen Kontakt zu vermeiden, die Tiere nicht anzuhusten oder anzuniesen und sich von den Tieren nicht durchs Gesicht lecken zu lassen.

Wer am Coronavirus erkrankt und deshalb in Quarantäne ist, sollte für Hunde außerdem jemanden suchen, der nicht im selben Haushalt wohnt. Diese möglichst junge und gesunde Person kann das Gassigehen übernehmen. Am besten bringt derjenige eine eigene Hundeleine mit und wäscht sich nach dem Gassigehen die Hände. Ansteckungsgefahr geht nach derzeitigem Kenntnisstand nicht vom Tier, sondern vom möglicherweise kranken Besitzer aus.

Lohnt es sich auch derzeit, auf Mülltrennung zu achten?

Auch in Zeiten der Corona-Krise ist die Notwendigkeit einer sauberen Mülltrennung fürs Sammeln und Verwerten wichtiger Wertstoffe nicht außer Kraft gesetzt, selbst wenn die Entgegennahme in den Recyclinghöfen oder der Abtransport durch den Sperrmülldienst aktuell etwas anders funktioniert als sonst. Einige Kommunen haben derzeit ihre Wertstoffhöfe zu besonderen Zeiten geöffnet und bieten der Situation angepasste Annahmeverfahren für Abfälle an. Und auch wenn alles überquillt, den Müll einfach in die Restmülltonne zu werfen oder an die Straße zu stellen, ist keine gute Idee. Wer Müll, ohne dass er als Sperrmüll angemeldet ist, an den Straßenrand stellt, oder Grünschnitt einfach in der Landschaft entsorgt, riskiert ein Bußgeld.

Ausführliche Infos, welche Abfälle und Reste wo hinein- oder hingehören, finden Sie in auf dieser Seite.

Hinweis: Der getragene Mundschutz gehört in den Restmüll. Da wird er sicher verbrannt.

 

 



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