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Bürgermeister Wagemeyer äußert sich zu Kostal-Plänen für Produktionsverlagerung nach Ungarn


Am Mittwoch, 22. Juni, hat die Kostal Gruppe bekanntgegeben, dass sie bis Ende 2024 im Bereich der Automobil-Elektrik aus Deutschland nach Ungarn verlagern wird. „Darüber hat mich Geschäftsführer Andreas Kostal am Morgen persönlich informiert. Das ist ein schwerer Schlag für die Standorte Lüdenscheid, Meinerzhagen und Halver sowie für die ganze Region“, äußert sich Bürgermeister Sebastian Wagemeyer zu dieser Entwicklung in einem aktuellen Video.

Die Entscheidung von Kostal habe nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf gute Arbeitsplätze vor Ort, sondern gegebenenfalls auch auf die Produktion anderer Automobilzulieferer in der Region. In der Aktuellen Situation sei es nun die Aufgabe aller Beteiligten – der Geschäftsführung, des Betriebsrates und der IG Metall – in kritischen Gesprächen alles zu tun, um Lösungen für die betroffenen Menschen und Familien zu finden. „Das erwarte ich von dem größten und wichtigsten Arbeitgeber in Lüdenscheid, dessen Wurzeln in dieser Stadt liegen“, so Wagemeyer.

Kritisch sieht der Lüdenscheider Bürgermeister die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Ungarn auch aus anderen Gründen. Das EU-Land habe vergleichsweise geringe Vorgaben im Bereich Nachhaltigkeit und auch die Beschäftigten hätten weniger Rechte zur Mitbestimmung. „Darüber hinaus hat sich die ungarische Regierung in den vergangenen Jahren immer weiter von den demokratischen Werten der EU entfernt.“ Des Weiteren habe die Corona-Pandemie aufgezeigt, wie wichtig es in einer globalisierten Welt sei, auf regionale Lieferketten zurückgreifen zu können.

Im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung appelliert Wagemeyer an die übergeordnete politische Ebene, also das Land Nordrhein-Westfalen und die Bundesregierung, den Blick ab sofort noch stärker auf Lüdenscheid und die Region Südwestfalen zu richten: „Wir sind eine der wichtigsten und produktivsten Industrie- und Wirtschaftsregionen Deutschlands. Und wir befinden uns vor allem angesichts der Vollsperrung der A45 in einer wahnsinnig schwierigen Lage, die vermutlich noch einige Jahre dauern wird. Deshalb braucht es jetzt Unterstützung und Hilfe, wo es nur geht – und zwar so schnell, so umfassend und bitte auch so unbürokratisch wie möglich. Es geht um unsere Zukunft, und wir, die Menschen und Unternehmen hier vor Ort, brauchen dringend ein positives Signal und einen klaren Plan, dass es wieder aufwärts geht.“

Lüdenscheid, 22. Juni 2022



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